Denkmal für Onkel Robert

rbhans

Am 20. Januar 2010 ist der 100. Geburtstag meines Onkels Robert Bedürftig.

Der Sockel dieses Denkmals steht auf dem Grab von Heinrich Heine auf dem Friedhof Montmartre in Paris, mit einer Büste des Dichters, versteht sich.

Robert wurde im Juni 1985 in einem Frankfurter Park fotografiert. Wir hatten dort zusammen mit polnischen Freunden ein alternatives “Schlesiertreffen” veranstaltet.

„Onkel Robert“ – so nenne ich für mich immer noch diese Person auf altmodische Art. Als ich noch kein „r“ aussprechen konnte, es aber fleißig üben musste, soll ich dann schließlich „rrr Onkel Hobert“ rausgebracht haben. Dieser Onkel – auch noch mein Patenonkel – war aber im Gegensatz zu anderen Onkels überhaupt nicht onkelhaft, nicht von der Art der Onkels, die kleine Mädchen necken und in die Wange zwicken, („Männer sollen mir erst gar nicht zu nahe kommen, die kann ich sowieso nicht leiden“, soll ich gesagt haben), er war respektvoll und freundlich und deshalb eine Ausnahme – neben meinem Vater, den ich heiß geliebt habe.

Sonst fällt mir noch zu ihm ein: er hat mir seine Freude darüber gezeigt, dass ich mich gern mit Mathematik beschäftige, und mir vor dem Abitur ein bisschen in Physik geholfen Er hat sich bis zum Schluss für mein Leben interessiert, ohne sich je „pädagogisch“ einzumischen. Er hat gefragt, gern und spannend erzählt – und war dabei das Gegenteil von einem Schwätzer. Bei meiner Konfirmationsfeier wurde er nach der blumenreichen und sicher sehr liebevollen Rede meiner väterlichen Großmutter aufgefordert, jetzt auch ein paar Worte zu sagen. „Es gibt Leute, die reden, und Leute, die denken“, hat er geantwortet – ein Affront für die ganze Verwandtschaft (war ja wohl auch ein bisschen  arrogant, dieser Satz),  mich hat er nachhaltig beeindruckt.

Das und noch mehr war Onkel Robert für mich.

Von seinen Erzählungen und den Geschichten über ihn ist mir wichtig: als in seiner Schulzeit männliches Heldentum gepriesen wurde, hat er sich mutig dazu bekannt, feige zu sein. Erst nach dem Krieg hat er der Familie gestanden, dass er in den 30er-Jahren aus dem Büro meines Vaters heimlich ein Taufscheinformular für einen jüdischen Freund entwendet hatte. Dieser Freund hat ihn mit seiner Clara später nach Sao Paulo eingeladen – endlich konnte er eine lange ersehnte Überseereise mit dem Schiff machen! Aber den Aufenthalt in Sao Paulo hat er vorzeitig abgebrochen, weil er den dort so offensichtlichen Kontrast zwischen Reichtum und Armut unerträglich fand.

Ich bin glücklich, dass meine Verbindung zu ihm und seiner Familie, vor allem zu seiner Tochter, meiner lieben Kusine Maria, mein Leben lang hält und sogar immer stärker wird.


Geschrieben von monesommer am 13. Januar 2010
Kommentare: (26)

  1. Maria schrieb am:

    Mein Vater – wertschätzend, Sicherheit gebend, geduldig, oft ironisch.
    Es steigen eine Unzahl von Bildern in mir hoch.Vorerst nur 2: als Kind brauchte er nicht die Milch in der Kanne zu holen, das war Mädchen-Arbeit, so erzählte er. Als Pensionär wusch er sogar Salat, eine ungeliebte Arbeit, sparsam mit Wasser umgehend, das war ihm wichtig.
    Er geht mit uns Kindern in den Winterwald. Er läßt uns die sonnenbeschienene Seite der Bäume anfassen, lehnt seinen Rücken an einen Stamm und schließt träumerisch die Augen. 4 Kinder machen es ihm nach.
    Er hat mich “Maruschka” genannt. Seine Clara war “Claruscha”.

  2. Elisabeth schrieb am:

    In meiner Erinnerung gibt es ihn zweimal: Robert Beduerftig oder Herr Beduerftig, der Mathelehrer und Onkel Robert Beduerftig, der Onkel meiner Schwaegerin Mone. Mathe war nicht unbedingt mein Lieblingsfach, das hat mir unbeschreiblich leid getan,denn dadurch kam kein besseres Verhaeltnis zu ihm zustande. Seine menschliche Art in dieser wenig menschlichen Schule war eine Ausnahme! Spaeter, sehr viel spaeter, ist er einmal nach Roma gekommen und ich habe ihn im damaligen Diakonissenheim (von Kaiserswerther Diakonissen gefuehrt)als professore della matematica angemeldet. Sie haben ihn dementsprechend hofiert (prima!) und mir hat er einen herrlichen Blumenstrauss schicken lassen durch Annemone! Ich erinnere mich gerne an ihn; schade, ihn nicht besser gekannt zu haben!

  3. Heidi schrieb am:

    Er war ja mein Klassenlehrer, jahrelang. Erdkunde und Mathe hatten wir bei ihm. Ich hatte nie Angst vor ihm, obwohl ich in Mathe keine Leuchte war und zu Erdkunde einfach keine Lust hatte. Freundlich habe ich ihn in Erinnerung, warmherzig, – vollkommen ohne Falsch!
    Die Klassenfahrten mit ihm waren gemütlich. Dann lag er, es war im Sommer, mit uns im hohen Gras, genoss mit uns die Sommerdüfte, und wir erzählten uns was.
    Ein Erlebnis mit ihm in der Schule wärmt mein Herz. Ich war sehr kurzsichtig, aber zu eitel, meine Brille außerhalb der Schule aufzusetzen. So wurde ich ziemlich introvertiert, schüchtern und gehemmt. Einmal standen wir zwei nach einer Erdkundestunde noch zwischen den Bänken in der Klasse. Die Sonne schien zum Fenster rein. Da sagte er zu mir sowas wie: Heidi,- guck raus in die Welt! Sei neugierig.. Es gibt so viel zu endtdecken!
    Zum letzten Mal trafen wir uns bei Johannas Beerdigung. Da stand er am Wegrand auf dem Friedhof. Ich war so traurig und aufgelöst und konnte es kaum fassen, dass er einfach sagte: Tag, Heidi! Und wir tauschten ein paar Worte aus – ganz normal , nah und einfach. Und ich fühlte mich brüderlich-väterlich, ich weiß nicht wie,- aber ganz gut aufgehoben in dieser altbewährten, selbverständlichen Nähe.

  4. Cornelius Sommer schrieb am:

    Robert sagte immer „Neu-York“. So hatte die Stadt wohl bei den Breslauer Erdkunde-Studenten geheißen. Ich hörte gern zu, wenn er von fernen Ländern sprach, die er selbst nie gesehen hatte. Nur im bulgarischen Varna am Schwarzen Meer, da war er mal als Student (?), und er erzählte noch nach Jahrzehnten davon.

    Erst in Kaiserswerth (plus Ratingen und Lohausen) habe ich ihn richtig kennengelernt. Ich mochte seine Fähigkeit, Ruhe in schwierige Situationen zu bringen. Schon seine Stimme …
    Zweimal hat er mich mit seiner Gelassenheit „gerettet“ In der Obertertia und in der Obersekunda hatte ich je eine Mathematikarbeit verhauen und war in Panik. Ich durfte ihn besuchen. Er guckte sich an, was ich da vermurkst hatte. „Erklär’ mir selber, was Du falsch gemacht hast!“ Und dann begleitete er mich, beide Male, ganz ruhig, sanft lenkend durch das Gestrüpp und ich kapierte alles. „Na siehste!“ Beim ersten Mal hatte Tante Lulu die Stunde bei ihm für mich arrangiert, beim zweiten Mal hatte mein neuer Mathe-Lehrer Georg Steller dazu geraten, Roberts Breslauer Studienkamerad. „Sommer, lassen Sie sich das mal vom Onkel erklären“.

    Zahlen hatte er auch im praktischen Leben im Kopf. Immer wußte er, wie und wo man ein paar Pfennige sparen konnte. Das war für ihn, glaube ich, eine Art Sport, jedenfalls kein Geiz. Jahrelang lebte er mit einer Armbanduhr ohne Armband und ohne Schraube zum Einstellen der Zeit, d.h. sie ging um Stunden und Minuten falsch. Aber blitzschnell konnte er trotzdem die richtige Zeit ablesen und lachte darüber.

    Und Zahlen auch hier: Ich weiß nicht mehr, wer es war, wo und wann. „Herr Bedürftig, Sie haben fünf Söhne und eine Tochter!“ „Ich weiß. Zum Ausgleich. Meine Mutter hatte vier Töchter und einen Sohn.“

  5. Eddi schrieb am:

    ich finde das eine ganz feine Sache, dass du diese Seite eingerichtet hast, Mone, bravo!

    Traurig stimmt mich, dass ich gerade keine konkrete Szene mit Onkelrobert hervorzaubern kann; hoffentlich kommt das noch. Aber an ein Gefühl kann ich mich erinnern, fröhlich und schelmisch grinsend war er. Man sagte etwas, er lehnt sich gemütlich zurück, Kopf geneigt, lächelt (chuckle, gibt’s da echt kein deutsches Wort?) verschmitzt, ironisch, schelmisch, je nachdem was passend war. Lulu nicht unähnlich.

  6. Bettina Harnischfeger schrieb am:

    Das Denkmal hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit denen vom polnischen Papst, die ja hier in großer Zahl meine Wege säumen. Ich hatte schmunzelnd ein wenig Sorge, dass eine solche Parodie des polnisch Allerheiligsten diplomatische Verwicklungen hervorrufen könnte.
    Anekdotisches aus der Kindheit habe ich nicht beizutragen. Jeder wusste an meiner Schule, dass Bedürftig in Ordnug war. Viel mehr wusste ich auch nicht. Es gab kaum Berührungspunkte. Doch, – einen: ich bekam von ihm und Tante Clara eine Dose Salzstangen zur Konfirmation. Das war schon was Besonderes, denn andere Geschenke haben sich nicht in meinem Gedächtnis gehalten.
    Sehr viel später wurde er als „bekennender Schlesier“ wichtig für Hans und mich. Die schlesische Identität vermittelte er uns wie kein anderer zuvor in dem ganzen schlesischen Stamm. Die Kraft, die da von ihm ausströmte, war erstaunlich und hatte auf uns erwärmende und verstärkende Wirkung. In dem Zusammenhang fiel Onkel Robert geradezu durch Enthusiasmus auf. Sein schlesischer Zungenschlag war dann nicht mehr zu überhören. Er zog Hans tief hinein in die Landkarten- und Geschichtenwelt seiner schlesischen Heimat. So sehe ich noch heute ihre Köpfe vor mir – zusammengesteckt über einem Atlas.
    Gott weise ihnen einen Platz im Himmel, von dem aus sie zusammen auf dieses schöne Land täglich runterschauen dürfen! Und gute Landkarten dazu, über deren Fehlerhaftigkeit sich Geograf und Geometer nicht dauernd aufregen müssen.

  7. Isolde Berns schrieb am:

    Roberle, ich danke Ihnen!
    Das war unser Verhältnis bis zuletzt, und dabei hat er so entscheidend in mein Leben eingegriffen. Er hat mich an seine Schule geholt mit dem Bemerken, wer zwei Kinder hat, kann genug Pädagogik und braucht kein Referendar zu sein. Es war meine Rückkehr in die Berufstätigkeit.
    Im ersten Satz aus vier Wörtern steht eine Menge über ihn. Alle vier Berns liebten ihn, den Herrn Bedürftig, den Roberle und seine Clarissa.

    Isolde Berns

  8. ein Sohn schrieb am:

    Den Denkmalenden herzlichen Dank. Ihr ehrt auch ein wenig uns, die einfachen Kinder des so Geehrten. Als folgsamer Sohn darf ich dem Denkmal nichts hinzufügen.

    Ich habe mich, wie man dem Datum meines Beitrages entnimmt, eine Weile um dieses E-Portal herumgedrückt, da ich solchen medialen Treffpunkten heftig misstraue. Was hätte der Vater zu seiner Ver-E-wigung gesagt? Eure Texte haben mir gezeigt, dass es bisweilen menschlich, ehrlich und uneitel zugehen kann auf dem E-Markt.

  9. Gaby, seine Nichte, schrieb am:

    Die Idee eines Mosaik-Denkmals finde ich sehr lustig – auch wenn es nur virtuell ist. Ich habe lange nachgedacht, was ich beitragen könnte außer der Feststellung, dass ich es in der verschiedenstens Lebensphasen sehr interessant und angenehm fand, wenn ich Onkel Robert getroffen habe. Wir hatten ja bei unsern Feiern der großen Familie vielfältige Gelegenheit dazu. Eine Geschichte ist mir aber gut in Erinnerung geblieben. Sie wurde von unser Mutter überliefert (und das Thema wurde ja schon vorher angeschnitten 🙂
    Ihr Bruder Robert wurde in der Schule von einem Freund gefragt “Wieviel Schwestern hast du eigentlich? Immer lerne ich noch eine neue kennen.” “Das weiss ich auch nicht, wenn ich nach Hause komme, sitzt auf jedem Stuhl eine.” Am 20.1. denke ich auch heute immer noch an Onkel Roberts Geburtstag. Er hatte einen Tag vor unserm Großvater Geburtstag (Jg. 1889). Nach der Weihnachtszeit war im Januar immer “saure Gurkenzeit” im Hinblick aufs Feiern. So wurde bei uns jedes Ereignisses gedacht, das zum Feiern Anlass gab. So habe ich auch dieses Jahr daran gedacht (bevor von dem Denkmalsbau erfuhr), aber ich wusste nicht, dass es der 100. war.

  10. Matthias schrieb am:

    Liegt es an den zunehmenden Jahresringen, die uns selbst allmählich die Luft abschnüren, dass wir so viel Rückschau halten und nach den Wurzeln unter dem Pflaster kratzen?
    Ich zögre ein wenig, mit Dir, Mone, und mit Euch andern allen im Peristyl unserer Ahnen zu schlendern: Leicht kann die Säulenhalle bei solchen Spaziergängen trotz aller Ironie ins Sakrale mutieren, in ein Penaten-Pantheon sozusagen. Die Assoziation der Heine-Grabstele ist da nahe dran, aber nichts für ungut.
    Wenn überhaupt eine Erhöhung, dann läge mir für den guten Onkel eher der Sockel einer Bahnhofsuhr näher, der bedürftigsche Rundschädel passte ganz gut drauf. Auch dem Robert gefiele
    das vielleicht, allerdings wäre er sicher jeder Erhöhung schon aus Prinzip abhold gewesen. Jedenfalls war seine Sympathie für das platte norddeutsche Land gewiss kein Zufall.
    Woran erinnere ich mich?
    1.Robert ist verantwortlich für eine meiner peinlichsten & angstvollsten Lebenssituationen:
    Mündliche Abitur-Prüfung, großer Saal, mit würdig schwarz gekleideten, silberkrawattigenHerren gefüllt, riesige Tafel, vor ihr ein schwitzender, zitternder Kandidat mit einer komplizierten Rentenrechnungsaufgabe in der Hand – ich. Endlose Nebelstocherei, unlesbares Gekritzel, dann die Stimme des Chefs, sarkasmusprall: Danke, Sommer, Du kannst gehen, wir haben einen Eindruck.

    (Fortsetzung im nächsten Kommentar)

  11. Matthias (2) schrieb am:

    Woran lags? Lange Wochen vorher hatte (nach Lulus Flehen) Robert sich meiner erbarmt und mir vor der entscheidenden Klausur mal eben die Integralrechnung veklickert, ruhig, gelassen, mit irrwitzigem Geschick, so dass selbst mir dieses Fach für Auserwählte punktuell Spaß zu machen schien. (Corn hat ja Ähnliches erzählt.). Mein Erfolg war sensationell, aber man misstraute mir, also: s.o.
    2.Er ist auch mitverantwortlich für meine Berufswahl. Wie hat er mich an der Nase herum geführt! Ich weiß noch ziemlich wörtlich den entscheidenden Dialog kurz nach dem Abi: “Junge, was willst du werden?” – “Gustaf Gründgens oder so ähnlich.” – “Brotloser Unsinn! Werde Lehrer!” – “?” – “Ist ein prima Beruf, macht Spaß, wird gut bezahlt, und nachmittags hat man frei.” – “Ich denke, da muss man sich vorbereiten oder korrigieren?” – “Wer klug ist – und dumm, Junge, bist du nicht, weil du aus unserer Familie stammst – , kann nach drei Jahren alles auswendig, und korrigieren geht auch ganz fix!”
    Nach einem kompletten Berufsleben eben in diesem job kann ich bestätigen: Er hatte in allem recht, außer bei der Vor- & Nachbereitungszeit; doch ich bin den Verdacht nie ganz los geworden, dass dies nur eine Frage der Fächerwahl (und seiner Klugheit natürlich) gewesen ist.

    (Fortsetzung im nächsten Kommentar)

  12. Matthias (3) schrieb am:

    3. Auch wenn es political nicht besonders korrekt ist, sei noch an seinen Spruch erinnert (Wir sind ja unter uns!): Physik ist ein sehr schweres Fach, besonders für Mädchen. Deswegen bekommt jede, die beim Abitur weiß, wo der Physiksaal liegt, von mir ein “Ausreichend”. Notabene: Robert war über 20 Jahre an einer reinen Mädchenschule täig!
    4. Legendär in ganz Düsseldorf war seine “unauffällige” Dienstkleidung: Es trug stets Ton in Ton karierte Anzüge, dazu gestreifte Hemden und gepunktete Krawatten, oder umgekehrt oder die dritte Variante.

    Genug Anekdotisches. Was bleibt für mich?
    Im Hexenkessel lauter weiblicher Gestalten über & neben mir in Kindheit und Jugend war Robert das fast einzige familiäre Vorbild als Mannsbild, und gelegentlich wünsch ich mir, mehr von ihm hätte auf mich abgefärbt. Allermeist war er die Ruhe selbst, gelassen und mit eiserner Geduld beobachtete er (mehr als er teilzunehmen schien) das grelle Treiben um ihn herum, sei es das der jungen Fohlen in seinem eigenen Stall, die oft genug über die Stränge zu schlagen drohten (und gegen die er prinzipiell niemals eine Hand erhob!), sei es das seiner quirligen Clara und der temperamentvoll extrovertierten beiden kleinen Schwestern, sei es das der vielfältig zwitschernden Tauben im Kaiserswerther Biotop. Man könnte meinen, er habe stets eine gewisse Distanz walten lassen, aber das stimmt nicht ganz. Besser beschreiben lässt sich sein Habitus als eine wohltuende t o l e r a n t e D i s k r e t i o n – und das behalte ich als ein angenehmes Gegenkonzept in Erinnerung bei all der warmen, aber oft ungelüfteten gluckenkuscheligen Atmosphäre in der Diakonische.

    (Fortsetzung im nächsten Kommentar)

  13. Matthias (4) schrieb am:

    Heine aber wäre mir in seinem Zusammenhang nicht eingefallen. Gewiss, der Onkel hatte einen spöttischen, lakonischen, manchmal auch scharfen Witz. Aber G e n u s s (die Sehnsucht zu “schlampampen”) als Maxime oder Ziel war ihm gewiss fremd. Im Gegenteil – S o b r i t ä t war viel eher Programm für ihn. inwieweit das gespeist wurde aus der erbärmlichen Not seiner frühen Jahre, weiß ich nicht. Aber es war, davon bin ich überzeugt, ein geeigneter Panzer gegen das widerliche & hohle Pathos der Hitlerei, und es hat seiner Sippe weitergeholfen in der Knappheit eines Acht-Personen-Haushalts in den bleiernen Jahren danach.
    Hätte ihm – ein größeres Kompliment fällt mir wirklich ncht ein – nicht wie uns Männern allen das eine Y-Chromosom (?) gefehlt, er wäre cum grano salis als eineiige Zwillingsschwester meiner geliebten Lulu durchgegangen.
    So ungefähr ist er bei mir gespeichert.

    Mit herzlichem Gruß an ale LeserInnen Matthias

  14. monesommer schrieb am:

    O weh, was hab ich da losgetreten! Ich werde wirklich rot bei dem Gedanken, ich hätte unseren guten Onkel mit Heine gleich gesetzt. Ich war mal wieder zu naiv: ich wollte ihm und seinen Nachkommen nur das Abbild seines Sockels schenken. Denn gemocht hat Robert Heine-Gedichte bestimmt. Ich könnte wetten, dass seine Clara ihm hin und wieder eins vorgelesen hat.

  15. Elisabeth schrieb am:

    Zu Matthias’ liebenswertem Beitrag faellt mir wieder ein: ich habe 8 Jahre nach meiner mittelgrossen Schwester Heidi die Th Fl Schule besucht und Onkel Robert hat uns dieselben Aufgaben aufgetischt wie acht Jahre vorher dem Schwesterchen!! In einer Aufgabe ging es um ein Maus die um den Aequator herumzulaufen hatte (oder so aehnlich)…- Er war wirklich ein sympathischer Mensch und eine, wie schon erwaehnt, ruehmliche Ausnahme in dieser Penne! Gruesse an alle, die sich ueber einen Gruss von mir freuen! E(eee)

  16. Bettina Harnischfeger schrieb am:

    Liebe Elisabeth,
    da kann man mal wieder sehen, wie unterschiedlich Blickwinkel sein können: Für mich war eben diese Schule ein paar Jahre früher die freundliche Oase in einem ansonsten ziemlich verzweifelten Jugendleben. Meine positiven Gefühle zu dieser Schulzeit hatten nichts mit dem positiven Onkel Robert zu tun; mit dem hatte ich – wie gesagt- keine Berührungspunkte. Vielleicht lag es an der guten Klassengemeinschaft; ganz bestimmt an der Klassenlehrerin und noch an einigen anderen Lehrerinnen. Erfahrungen sind Erfahrungen – und stimmen immer für den oder die, die sie macht. Subjektives ist erstaunlicher Weise für jeden persönlich doch Objektives.
    Sehr interessant für mich. Und ich hoffe, Du hast die für Dich traumatisierende Theodor-Fliedner-Schule inzwischen einigermaßen verdaut.
    Diese Betrachtungen gehören eigentlich nicht hier in das „Denkmal“; aber ich hatte doch Lust, Dir zu antworten. Ich habe sonst keine Adresse von Dir.
    Alles Gute!
    Grüße aus dem eis-eiskalten Pracze mit Kachelofenwärme ins höchstwahrscheinlich wärmere Rom.

    Bettina

  17. Elisabeth schrieb am:

    Liebe Tinka!
    Danke sehr fuer Deinen Gruss! Ja, als ich mit Heidi sprach, stellten wir fest, dass sie gluecklicherweise sehr viel bessere Lehrer gehabt hat als ich. Da war jedes Jahr ein Wechsel und ich hatte bei weitem nicht die guten Deutsch- und Kunstlehrer wie Heidi… Jedenfalls freut es mich, dass Dir diese Schule eine Oase war. Fuer mich war sie ein Greuel, aber ich bin selber sicher auch mitverantwortlich an meinem ‘Schicksal’. Inzwischen kann ich damit leben. Ja, in Roma ist es gluecklicherweise waermer als bei Euch: hier beginnen gerade die Mimosen zu bluehen und die Zitronenbaeume haengen voller Zitronen.
    Liebe Gruesse aus dem Sueden (Mone hat meine e-mail-Adresse).Elisabeth

  18. "Mann" schrieb am:

    Mann (!) hält sich an die Überschrift: ein Denkmal für Onkel Robert, nicht Vater Robert oder Großvater Robert.
    Es darf psychologisiert werden.
    ________________________

    Haste Recht, Mann!

    Soll ich das Denkmal umnennen? ” …. für Robert B.”? Tu ich gern, ist Dir aber wahrscheinlich egal. Mone

  19. Anonymous schrieb am:

    Nein, Mone, das Denkmal wird nicht umbenannt!

    102 wäre Robert heute schon, und dennoch verblasst wenig an Erinnerung an ihn. Hat schon Friedemann nichts hinzufügen wollen, als der 100. gefeiert wurde, so möchte ich mich ebenfalls zurückhalten. Aber auch mich freut es sehr, dass dieser Onkel Robert für die Szene eine solche Bedeutung hatte. Als sogenanntes Aufzuchtergebnis fühlt man sich positiv berührt, wenn auch die Umwelt ihn gern hatte.

    Euch allen sei mitgeteilt, dass die übriggebliebenen Kinder von Robert sich entschlossen haben, seine und Claras Grabstätte im Bassener Friedhof für die nächsten 25 Jahre aufrechtzuerhalten. Sollte Euch der Weg dort vorbei führen, lohnt eine Besichtigung des Grabes. Da werden Erinnerungen wach, das verspreche ich!

    Weitermachen Mone! Dankeschön!

  20. Anonymous schrieb am:

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  21. Anonymous schrieb am:

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  24. Anonymous schrieb am:

    An interesting dialogue is value comment. I feel that it is best to write extra on this subject, it won’t be a taboo subject but generally persons are not sufficient to speak on such topics. To the next. Cheers ffbecbdggeec

  25. Anonymous schrieb am:

    Mein heiß geliebter Großvater… der mir, als ich ganz klein war und noch nicht laufen konnte, Tannenzweige nach unten zog, weil ich sie berühren wollte, der mir Sternbilder, Mondphasen und perspektivisches Zeichnen von Würfeln erklärte, mit dem ich durch Bassen zu Vivo lief… Er war für mich eine unverzichtbare Wärmequelle meiner Kindheit. Noch immer trage ich ihn nicht nur als Foto in meinem Portemonnaie, sondern auch in meinem Herzen stets bei mir…

  26. Anonymous schrieb am:

    AIEHeLjPu

Bau mit am Denkmal für Robert Bedürftig